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Effizienz im Kuhstall


Milch ist ein wertvolles Lebensmittel. Nur durch optimierte Produktionsmethoden lässt sich der weltweit steigende Bedarf nachhaltig decken. Ein Schlüssel dazu ist die optimale Balance der Aminosäuren im Milchviehfutter. Der Einsatz von Mepron® macht das möglich. Davon profitieren auch Kühe und Umwelt.


In den USA boomt der sogenannte griechische Joghurt. In China und Japan essen Schulkinder längst auch Cornflakes mit Milch. Und auf einem deutschen Frühstückstisch dürfen Milchkaffee und Müsli nicht fehlen. Für immer mehr Menschen gehört Milch zu einer gesunden Ernährung. Aus gutem Grund: Kuhmilch gilt als besonders hochwertige Eiweißquelle.

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) enthält sie alle essenziellen Aminosäuren, die der menschliche Körper benötigt, in einem ausgewogenen Verhältnis. Außerdem trägt sie dazu bei, den Bedarf an Mineralstoffen wie Kalzium und Magnesium sowie einer Reihe von B-Vitaminen zu decken. In mehr als 40 Ländern der Welt gibt es deshalb Empfehlungen zum regelmäßigen Verzehr von Milchprodukten – auch im Erwachsenenalter. Diese liegen meist in der Größenordnung von ein bis zwei Glas Milch pro Tag.

Neben dem Bevölkerungswachstum führen vor allem der steigende Wohlstand und veränderte Ernährungsgewohnheiten dazu, dass in vielen Ländern mehr Milch und Milchprodukte konsumiert werden. Im weltweiten Durchschnitt liegt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch bei rund 105 Kilogramm Milchäquivalenten, in Deutschland sind es sogar knapp 350 Kilogramm. Die FAO rechnet vor allem in sich entwickelnden Ländern in den nächsten Jahren mit einem Anstieg.

Effizientere Milchproduktion

Die Milchproduktion von rund 750 Millionen Tonnen pro Jahr wird deshalb aller Voraussicht nach weiter wachsen. Entweder dadurch,  dass die Zahl der Milchkühe steigt. Oder dadurch, dass die einzelnen Tiere mehr Milch geben. "Aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen wäre es wünschenswert, dies durch Steigerung der Milchleistung der Kühe zu erreichen, statt den Milchviehbestand  zu vergrößern", sagt Dr. Winfried Heimbeck, Produktmanager bei Evonik. Mehr Kühe würden deutlich mehr natürliche Ressourcen beanspruchen, etwa landwirtschaftliche Flächen und Wasser. Beides steht aber nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Bei der Leistung der Tiere gibt es jedoch noch große Unterschiede. So gibt eine Kuh in Indien im Durchschnitt rund 1.500 Kilogramm Milch im Jahr – in den USA hingegen sind es 10.000 Kilogramm. Wie sich diese Produktivitätslücke zumindest teilweise schließen ließe, erklärt Evonik-Experte Heimbeck: "Allgemein gesagt müssten sich die Bedingungen, unter denen die Tiere gehalten werden, verbessern. Dazu gehören unter anderem eine gute tierärztliche Versorgung, ausreichend Wasser und natürlich hochwertiges Futter."

Beim letzten Punkt spielt die Versorgung mit der wichtigen Aminosäure Methionin eine Schlüsselrolle. Methionin gehört zu den sogenannten essenziellen Aminosäuren, die Mensch und Tier mit der Nahrung aufnehmen müssen. Aus diesen Bausteinen bilden alle Lebewesen die in ihrem Körper benötigten Eiweiße. Das Problem: Fehlt es an einer einzigen Aminosäure, können auch die übrigen nicht verwertet werden. Bei Milchkühen ist meist das Methionin im Futter die limitierende Größe für die Verwertung des Futtereiweißes - und somit für die Milchproduktion.

Landwirte reichern zwar die Futterrationen traditionell mit Eiweißquellen wie Raps oder Soja an. Eine genaue Dosierung einzelner Aminosäuren findet auf diese Weise aber nicht statt. So kommt es häufig dazu, dass Kühe zu wenig Methionin aufnehmen, um andere Aminosäuren nutzen zu können. Diese werden ungenutzt  ausgeschieden, was den Stoffwechsel der Tiere belastet und zu einem erhöhten Stickstoffeintrag in die Umwelt führt.

Methionin statt zu viel Eiweiß

Durch den gezielten Einsatz von Mepron®, einer speziell für Wiederkäuer entwickelten Form der Aminosäure DL-Methionin, ist es möglich, die Eiweißzufuhr im Futter deutlich zu verringern. Durch die besondere Produktform des Mepron® wird Methionin zum überwiegenden Teil erst im Dünndarm freigesetzt – da, wo es absorbiert werden kann, damit es vor allem für die Produktion von Milcheiweiß zur Verfügung steht. Ohne Schutzhülle würde das Methionin bereits im Pansen durch Mikroorganismen abgebaut.

Auf diese Weise lässt sich der Eiweißgehalt in Futterrationen von Milchkühen um rund zehn Prozent reduzieren. Der Landwirt spart so Futterkosten, ohne Leistungseinbußen in Kauf nehmen zu müssen. Leber und Stoffwechsel der Kuh werden entlastet, weil diese weniger Eiweißbestandteile abbauen muss. Und die Umwelt profitiert sogar mehrfach, denn es wird weniger Anbaufläche für Raps oder Soja benötigt, und die Kuh scheidet rund 15 bis 20 Prozent weniger Stickstoff aus.

Damit der Landwirt das Kuhfutter optimal zusammenstellen kann, stellt Evonik ihm beziehungsweise der Fütterungsberatung nicht nur das Produkt Mepron® in Form von Mini-Pellets zur Verfügung, sondern mit AMINODat® auch eine umfangreiche Datensammlung von Aminosäurengehalten verschiedenster Futtermittel sowie mit AMINOCow® ein Kalkulationsprogramm zur Berechnung der optimalen Zusammensetzung der Ration unter Berücksichtigung aller zehn essenziellen Aminosäuren.

Bei Schweinen und Geflügel ist der Einsatz von mehreren Aminosäuren im Futter weltweiter Standard. Evonik hat hier mit seinen Produkten, Services und Ökobilanz-Studien Maßstäbe gesetzt. Bei den Wiederkäuern mit ihrem komplexen Verdauungssystem hat  sich bisher vor allem Methionin durchgesetzt.

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