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Smarte Dosen


Vorteil Dose: leicht, hermetisch, stabil. Damit lässt sich das Weißblech vielseitig in der Verpackungsindustrie einsetzen – etwa für Spielsachen, Kosmetika, vor allem aber für Lebensmittel. Spezielle Bindemittel der Marke DYNAPOL® von Evonik Industries sorgen für den nötigen Außen- und Innenschutz.


Haben Sie schon mal versucht, eine Dose ohne Dosenöffner aufzumachen? Beinahe 50 Jahre lang war man auf kreative Ideen angewiesen, um das geformte Weißblech zu öffnen. Denn so lange hat es gedauert, bis nach der Patenanmeldung für Konservendosen der griffige Dosenöffner erfunden wurde.
Heute kommt man mit Hilfe kleiner Dosenöffner auf dem Deckelblech oder seitlich eingebaut im Handumdrehen an den Doseninhalt. Und dieser könnte nicht unterschiedlicher sein: von Kinderspielzeug, über Lebensmittel bis hin zur Schuhcreme. Der dünne Mantel aus Metall hat sich in vielen Anwendungsbereichen bewährt. Er ist leicht, beinahe zu unverwüstlich und wärmebeständig. Obendrauf erfüllt er seine eigentliche Aufgabe, das Produkt vor äußeren Einflüssen schützen, etwa beim Transport oder beim Be- und Entladen. Damit das Blech korrosionsfrei bleibt, dafür sorgen Polyester der Marke DYNAPOL® von Evonik Industries. Diese werden als Hauptbindemittel in entsprechenden Lacken – auch für den Doseninnenschutz – eingesetzt.

Flexible Lacke

Eine typische Weißblechdose enthält oft mehrere Lackschichten: bis zu drei Schichten außen und eine Schicht innen. Die äußeren Schichten dienen der Dekoration und schützen die Dose vor Rost und den Farbaufdruck vor Kratzern. Der Doseninnenlack verhindert, dass Lebensmittelsäuren das Metall angreifen und Metallionen ins Essen gelangen.
Die Schwierigkeit bei der Formulierung der Lacke liegt an der Art der Dosenproduktion: Dabei werden die Lacke zunächst auf flachem Weißblech oder Aluminium aufgetragen und eingebrannt. Anschließend werden aus den beschichteten Blechen Dosenkörper und Deckel hergestellt. Entsprechend flexibel muss der Lack sein. Andernfalls reißt er und platzt ab. Außerdem muss er auch genügend Härte und Schutz bieten. Die Polyesterharze von Evonik sind genau auf diesen Spagat ausgelegt und bieten beides: optimalen Schutz und hohe Flexibilität. Bei hochwertigen Dosen sind Bindemittel der Marke DYNAPOL® deshalb in allen Lackschichten enthalten.

Schutz von außen und innen

Eine ganz andere Dimension des Schutzes kommt im Doseninnern zum Tragen. Da die meisten Lebensmittel Inhaltsstoffe wie Essig oder Milchsäure, Öle oder Salze beinhalten, muss die Dose auch von innen geschützt werden. Andernfalls können die Lebensmittelsäuren das Metall angreifen, folglich gelangen Metallionen ins Essen. Viele Doseninnenlacke Lacke basieren auf Epoxidharzen mit dem Bestandteil Bisphenol A (BPA). Dieses steht schon seit Längerem im Verdacht, gesundheitsschädigend zu sein. Deswegen fordern Wissenschaftler und Umweltschutzorganisationen verstärkt den Einsatz von BPA-freien Lacken. "Mit DYNAPOL® haben wir passende Alternativlösungen für den Innenschutz der Konservendosen im Angebot", so Rainer Spittka, Technischer Service Pre-Coated Metal von Evonik. "Nachhaltige Produkte zu liefern, die den Kundenanforderungen entsprechen – das ist unser Anspruch." Dies gilt auch im Umgang mit besonders aggressiven Füllmedien wie Sauerkraut, Tunfisch oder besonders scharfem Chilli. "Unsere Produkte sind absolut geruchlos und geschmacksneutral", so Spittka weiter.
Nach dem Abfüllprozess wartet auf die Dose die nächste Belastungsprobe: die Sterilisation. Um die Lebensmittel länger haltbar zu machen, müssen die Dosen bei heißen 130 Grad und hohem Druck in die Sterilisationskammer. Erst wenn die Lackschichten diesen Schritt unbeschadet überstanden haben, ist das runde Weißblech bereit für den Verkauf.

Mehr als 200 Jahre altes Patent

Wie gut sich die Lacke schließlich im Alltag machen – bei Lagerung, Transport und im Supermarktregal – zeigt sich erst nach vielen Monaten. Dies wird bei der Entwicklung neuer Lacksysteme durch entsprechende Langzeittests berücksichtigt.
Übrigens: Kein Geringerer als Napoleon hatte damals zu einem Erfindungswettstreit aufgerufen, wie sich Lebensmittel besonders lange haltbar machen lassen. Der Gewinner hatte das Sterilisationsverfahren vorgeschlagen. Der industrielle Durchbruch der Nahrungsmittelkonservierung durch Sterilisation gelang etwas später durch die Entwicklung der Konservendose, die im Jahre 1810 patentiert wurde. Der Dosenöffner folgte erst ein halbes Jahrhundert später.

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