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Der Architeuthis – Was man heute schon über ihn weiß

Lula 1000

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Internationale Forscherteams versuchen, einen Riesenkalmar in seiner natürlichen Umgebung aufzuspüren und zu filmen.


Einen ersten Erfolg hatte ein japanisches Team, das im Juli 2012 ein Tier mit einem Köder anlocken und über mehrere Minuten filmen konnte. Das Tier war nur drei Meter lang, da ihm die beiden Tentakel fehlten, mit denen Kalmare sonst ihre Beute greifen. Schätzungen gehen davon aus, dass Kalmare insgesamt mehr als zehn Meter groß werden können. Wissenschaftler nennen Werte zwischen 13 und 16 Metern. Die Größe war bisher schwer zu bestimmen, da ausschließlich verendete Tieren vermessen werden konnten. Da die Kalmare zum Stamm der Weichtiere gehören, kann daraus nicht genau auf ihre Lebendgröße geschlossen werden. 
Kalmare sind evolutionsgeschichtlich mit Muscheln und Schnecken verwandt. Anders als sie hat er seine harte Schale nicht außen, sondern im Inneren seines Körpers. Am hervorstechendsten ist dabei der Scharfe und kräftige Schnabel an der Mundöffnung, mit der er seine Beute zerkleinert. Hinter dem Schnabel, der sich in Mitte der Arme befindet, ist ein zungenähnliches Organ, das mit Zähnen besetzt ist und die Nahrung wohl weiter zerkleinert und hineinzieht. Zu seiner Beute gehören kleinere Kalmare und Tiefseefische. Bis heute ist wenig über diese Wesen der Tiefsee bekannt, etwa wie alt sie werden, wie sie sich genau fortpflanzen, wie sie sich gegen ihre größten Feinde, die Pottwale, verteidigen. Auch die Annahme, sie seien Lauerjäger wie ihre verwandten die Kraken, ist angesichts der japanischen Aufnahmen nicht mehr sicher. 
Kennzeichnend sind die großen Augen eines Riesenkalmars, die zu den größten aller Lebewesen gehören. Nur die Kolosskrake, die zwar kürzer ist aber einen größeren Kopf hat, besitzt noch größere. Die großen Augen haben einen Durchmesser wie ein Volleyball und sind extrem lichtempfindlich. Sie ermöglichen ein Überleben in der finsteren Tiefsee.
Die Organe sitzen in der Hülle hinter dem Kopf mit den Augen. Faszinierend ist ein trichterförmiges Multifunktionsorgan an der Unterseite. Damit kann der Kalmar ausatmen, Tinte verspritzen, Essenreste abstoßen oder einen starken Wasserstoß erzeugen, der ihn bei der blitzartigen Flucht vorantreibt.
Kalmare und ihre Verwandten gibt es in rund 500 verschiedenen Arten, vom 2,5 Zentimeter kleinen Winzling bis hin zum Architeuthis. Kopffüßler existierten bereits vor 500 Millionen Jahren in den Ozeanen. 
Nach den ersten Aufnahmen aus Japan will die Lula 1000 jetzt versuchen, einen ausgewachsenen Kalmar möglichst in seinem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Dazu gehört die gesamte Unterwasserwelt in seiner Umgebung, denn die Tiefsee ist erst zu einem Bruchteil erforscht. Wüssten wir so viel über Afrika wie über die Tiefsee, hätten wir wahrscheinlich noch keinen Elefanten gesehen.