Tag not found.

Die Azoren – Insel der Wale

lula 1000

Sponsoring

Noch heute erinnern die "Vigias" an den Küsten der Azoren an die Zeiten als Walfang einer der Haupteinnahmequellen der Menschen auf den Azoren war


Vom 17. Jahrhundert bis Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden vor den Azoren Wale gejagt. Mit dem Ruf "Baleia, baleia!" ("Wal, Wal!") wurden die Walfänger, die in der Regel einen anderen Beruf auf der Insel nachgingen, zu den stets einsatzbereiten Booten gerufen. 
Bis zuletzt jagten die Einheimischen die Wale nicht mit modernen Motorbooten, sondern von nur zehn Meter langen Ruderbooten aus, von denen die Harpunen per Hand geworfen wurden. Auch wenn es heute schwer verständlich erscheint, dieser Beruf, der extrem gefährlich und anstrengend war, genoss hohes Ansehen auf den Azoren. Aufgrund ihres Mutes, ihrer Verlässlichkeit und Ehrlichkeit hatten die Bewohner der Azoren unter den Walfängern der Welt einen bemerkenswert guten Ruf. Der traditionellen Art der Azoreaner Wale zu fangen, setzte Hermann Melville in "Moby Dick" ein Denkmal. 
Das Interesse an den Walen besteht auch heute noch weiter, doch hat es sich zum Glück gewandelt. Heute dienen die Vigias dazu, Wale schon vom Ufer aus beobachten zu können, zum Teil in vielen Kilometern Entfernung. Von hier werden auch über Funk die Boote gesteuert, die Touristen in die Nähe der Meeresgiganten bringen. 
Die Azoren gelten als eine der walreichsten Gegenden der Welt. Das Wasser ist klar und nährstoffreich. Der Golfstrom schwemmt Wärme und Nährstoffe zu den Azoren, die Unterwasserwelt ist abwechslungsreich und das Nahrungsangebot für die Meeressäuger sehr gut. Zudem begünstigen die flach ins Wasser abfallenden Inseln die Aufzucht von jungen Pottwalen, die erst nach und nach an größere Tiefen gewöhnt werden und die von Gruppen weiblicher Wale bewacht werden, während die Walmütter auf Nahrungssuche gehen. 
Mehr als 20 Walarten wurden schon vor den Azoren gesichtet. Vor allem in den Sommermonaten kommen sie zu den Azoren, um sich satt zu fressen und ihre Jungen aufzuziehen. Ein Pottwal wird bereits mit einer Tonne Gewicht geboren. Diese größten Zahnwale werden bis zu 18 Meter lang und 50 Tonnen schwer. Noch größer sind die größten Bartenwale, die Blauwale. Mit einer Länge von bis zu 33 Metern und einem Gewicht von bis zu 200 Tonnen sind sie dir größten Lebewesen, die jemals auf der Erde gelebt haben. Doch auch viele kleinere Walarten und Delfine sind vor den Azoren zu beobachten.