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Kalmare, Kraken und ihre Verwandten

Lula 1000

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Wir sprechen oft von Tintenfischen, doch Kalmare und Kraken sind gar keine Fische. Sie können zwar gut schwimmen und auch unter Wasser atmen wie Fische und einige haben sogar Flossen – doch es sind Weichtiere.


Sie sind also nicht mit Fischen verwandt, sondern mit Schnecken. Auch Muscheln gehören zu den Weichtieren. Kalmare und Kraken sind allerdings "Kopffüßler". Das heißt, ihre Arme sitzen direkt am Kopf. Ihre Organe stecken in einem großen Beutel hinter dem Kopf. Wenn das bei uns Menschen genauso sein würde, müssten Bauch und Kopf den Platz tauschen. 
Solche Kopffüßler gibt es schon sehr lange. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sie seit 500 Millionen Jahren gibt. Zum Vergleich: Die ersten Dinosaurier gab es vor etwa 235 Millionen Jahren. Und: Die Dinos sind ausgestorben, die Kopffüßler leben noch in den Meeren fast überall auf der Welt.
Sie sind erstaunlich klug, schnell und gute Jäger. Sie können in unglaubliche Tiefen vordringen: Ein Tauchroboter hat einen Kalmar in 7000 Meter Tiefe gefilmt. Fast alle haben drei Herzen, eins in der Körpermitte und je eins an den beiden Kiemen. Mit den Kiemen können sie wie Fische im Wasser atmen. Kalmare haben acht Arme und zwei Tentakel. Das sind Arme, die sich zu besonders langen Greifern entwickelt haben. Kraken haben keine Tentakel. 
Bisher bekannt sind gut 900 verschiedene Arten, doch es werden immer mehr entdeckt. Einige sind winzig klein und würden leicht in eine Kinderhand passen, einige sind sehr groß wie der Riesenkalmar oder die Kolosskrake. Diese beiden – Riesenkalmar und Kolosskrake – haben übrigens die größten Augen aller Tiere. Sie sind so groß wie ein Handball. Mit ihnen können die Tiere im Dunkeln sehen. 
Bei Kopffüßlern gibt es Weibchen und Männchen. Die Fortpflanzung ist für die Tiere sehr schwer. Befruchtet werden die Eier in der Regel im Bauch des Weibchens. Die Eier verstecken die Tiere dann manchmal in Höhlen, auf dem Meeresgrund oder "kleben" sie irgendwo dran. Für viele Arten ist das so anstrengend, dass sie kurz darauf sterben. Die kleineren Arten sind dann erst ein oder zwei Jahre alt, die Riesenkalmare wahrscheinlich vier oder fünf Jahre. Das wissen die Meeresbiologen aber noch nicht genau, das muss noch genauer erforscht werden. 
Etwas Besonderes ist natürlich die Tinte. Die tragen die meisten Kopffüßler in einem Beutel im Bauch mit sich herum. Werden sie angegriffen, spritzen sie die Farbe ins Wasser. Dazu nutzen sie einen Trichter in ihrem Körper. Mit demselben Trichter können sie auch einen starken Wasserstrahl erzeugen und sich wie eine Rakete wegdrücken. Während der Angreifer noch in der Tinte herum schwimmt, haben sie sich schon in Sicherheit gebracht. Das gelingt aber nicht immer: Kalmare und Kraken werden von größeren Raubfischen oder Walen gejagt. Sogar der Riesenkalmar: Ihn jagt der der Pottwal, der sich fast nur von Kalmaren ernährt. 
Viele Tintenfische beherrschen aber noch einen anderen Trick: Sie können sich unsichtbar machen. Wenn sie auf einen Stein oder in den Sand setzen, nehmen sie die Farbe der Umgebung an. Dazu haben sie in ihrer Haut viele bunte Punkte. Setzen sie sich auf einen grau-grünen Untergrund, dann öffnen sie die Haut über den grauen und grünen Stellen. Es gibt sogar Arten, die sammeln leuchtende Bakterien an ihrem Bauch. Damit leuchten sie im Schwimmen ihren eigenen Schatten weg. Die Tiefsee lässt uns Menschen immer wieder staunen.