Wie wurde die Kuppel aus PLEXIGLAS® für die Lula1000 hergestellt?

Wissenschaft

Sponsoring

Die Aufgaben der PLEXIGLAS® Kuppel in der Lula1000 sind leicht zu beschreiben: Sie muss dem enormen Druck in der Tiefe standhalten und sich unter Wasser unsichtbar machen.


Tauchboot-Entwickler Joachim Jakobsen verweist darauf, dass es schließlich um bemannte Tiefseeforschung gehe: "Es ist viel einfacher, die komplexen Zusammenhänge der Tiefsee zu verstehen, wenn man sie mit eigenen Augen erlebt. Der alleinige Ausschnitt eines Kameraroboters kann das nicht leisten."
Für die Spezialanfertigung ist Evonik neue Wege gegangen. "Die Herausforderung lag darin, den Block aus PLEXIGLAS® ohne optische Störungen und Materialbeeinträchtigungen zu einer Halbkugel zu wölben", erklärt Wolfgang Stuber, bei Evonik Produktmanager im Geschäftsgebiet Acrylic Polymers. Deshalb habe er mit seinem Team ein Spezialverfahren entwickelt, bei dem ein optisch einwandfreier und bereits geprüfter Block mit Hilfe von Wärme und Druck umgeformt wird. Bereits die Entwicklungsarbeiten wurden vom Germanischen Lloyd begleitet, der das Verfahren auch abschließend zertifizierte. Diese Gesellschaft ist eine der weltweit anerkannten Instanzen für Schiffsklassifizierungen. Das neue Verfahren besticht durch zuverlässige Produktionstechnik und höchste Qualität im Endprodukt. "Die Patentierung des Verfahrens läuft", sagt Stuber. Einmal mehr habe sich Evonik als Entwicklungspartner und Lösungsanbieter profiliert.
Für die Lula 1000 wurde ein etwa 1.000 Kilogramm schwerer Block verformt. An ihrer dünnsten Stelle ist die fertige Sichtkuppel 14 Zentimeter dick. Sie ist so gewölbt, dass sie einen Blickwinkel von 150 Grad bietet. Der Druck auf diese Kuppel ist in der Tiefsee gewaltig. In 1.000 Metern Tiefe lastet auf jedem Quadratmeter ein Druck von 1.000 Tonnen. Das entspricht in etwa 1.100 übereinandergestapelten E-Smarts auf der Fläche eines mittleren TV-Flatscreens. Glas kann bei diesen Extrembedingungen nicht mithalten. Fertig bearbeitet wurde der PLEXIGLAS® Block dann von einer Spezialfirma in Baden-Württemberg, wo die Kuppel geschliffen wurde.
Die Sichtkuppel in der Lula1000 hat einen Durchmesser von etwa 1,40 Metern. Eine weitere PLEXIGLAS® Sichtkuppel mit 61 Zentimetern Durchmesser verschließt die Einstiegsluke nach oben.
Mit anderen Acrylgläsern hat Jakobsen keine so guten Erfahrungen gemacht. "PLEXIGLAS® war für uns das beste Produkt auf dem Markt." Auch die außerordentlich hohe Lichttransmission sei ein Argument gewesen. "Wenn wir tauchen, ist die Kuppel quasi nicht existent."