Tiefsee-Forscher unter Tage

Lula 1000

Sponsoring

Kirsten und Joachim Jakobsen, deren Stiftung Rebikoff-Niggeler von Evonik unterstützt wird, erfüllten sich einen Traum.


Nach unten zieht es Kirsten und Joachim Jakobsen seit vielen Jahren. Mit ihrem Tauchboot Lula1000 sind die beiden Tierfilmer in die Tiefen des Meeres vorgedrungen. Eine Sichtkuppel aus PLEXIGLAS® leistete dabei in 1000 Meter unter der Wasseroberfläche wertvolle Dienste. Wenn Besucher aus dem Ruhrgebiet die Forscher trafen, dann hörten sie stets den Wunsch: "Ich möchte auch einmal an Land in 1000 Meter Tiefe, in eine Zeche", sagte Joachim Jakobsen.
Nun ging dieser Wunsch dank der Unterstützung der RAG in Erfüllung. Das Ehepaar Jakobsen machte auf dem Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop eine Grubenfahrt. Nicht wie bei ihrem Tauchboot durch Nutzung von Lufttanks, sondern mit dem Förderkorb ging es hinunter – sogar bis in 1200 Meter Tiefe. Dabei entdeckten die Jakobsens, deren Tauchboot LULA1000 auf den Azoren stationiert ist, Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede. Hier wie dort spielt der enorme Druck von oben eine große Rolle. Beim U-Boot muss die Hülle diesen auffangen. Allein auf der PLEXIGLAS ®-Sichtkuppel, die einen Durchmesser von 1,40 Meter hat, lastet ein Druck, der dem zweieinhalbfachen eines Jumbo-Jets entspricht. Unter Tage sorgen Streckenausbauten und modernste Hydraulikschilde für die notwendige Sicherheit und Stabilität. Ein Unterschied: Während es im Wasser mit zunehmender Tiefe kühler wird, steigt unter Tage die Temperatur stetig an. "Auf die wärmeren Temperaturen freue ich mich", sagte Kirsten Jakobsen, die an Bord der LULA1000 die hochauflösende Kamera bedient.
Unter Tage wie unter Wasser ist eine kontrollierte und sichere Versorgung mit Sauerstoff wichtig. In der LULA1000 geschieht das mittels mitgeführter Sauerstoffflaschen, unter Tage mit effektiver Bewetterung. Denn hier wie dort steht Sicherheit an erster Stelle.
Einen der größten Unterschiede macht sicher die Kleidung: Beim Tauchen tragen Jakobsens meist kurze Hose, Evonik-Poloshirts – und keine Schuhe. Das Wasser rund um die Azoren ist zu keiner Jahreszeit sonderlich kalt und im Tauchboot ist zu viel Kleidung nur hinderlich. Auf Prosper-Haniel ging es natürlich in kompletter Schutzausrüstung auf Grubenfahrt: Schienbein- und Knieschoner, Sicherheitsschuhe sowie Grubenlampe und Selbstretter. Und einen Helm, wie ihn Joachim Jakobsen nur beim Einfahren der LULA1000 in den U-Boot-Träger Ada Rebikoff trägt, musste das deutsche Ehepaar die gesamte Zeit auf dem Kopf haben.
Nach der Grubenfahrt zeigten sich die Jakobsens fasziniert von der Technik unter Tage. Joachim Jakobsen, der das Tauchboot selbst konstruierte und daran mit baute, interessierte sich für alle Details. Beeindruckt war er von der Geschwindigkeit, mit der die Seilfahrt Mensch und Material befördert: "Das ist bei uns natürlich viel langsamer."