Suche
Pressemitteilung
Corporate Press
6. Mai 2014

Wirtschaftliche Eckdaten: 1. Januar – 31. März 2014 / 1. Quartal 2014

1. Quartal 2014: Verhaltener Jahresauftakt

  • Operative Geschäftsentwicklung im 1. Quartal 2014:
    • Konzernumsatz mit 3,2 Milliarden € organisch leicht gestiegen
    • Bereinigtes EBITDA auf solidem Niveau, aber deutlich unter sehr gutem Vorjahresquartal
    • Bereinigte EBITDA-Marge beträgt 14,5 Prozent
  • Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit deutlich auf 315 Millionen € erhöht
  • Bereinigtes Konzernergebnis um 39 Prozent auf 187 Millionen € gesunken 
  • Sachinvestitionen um 17 Prozent gesteigert
  • F&E-Aufwendungen um 7 Prozent erhöht
  • Ausblick für das Gesamtjahr 2014 bestätigt: Umsatz leicht über Vorjahr (2013: 12,7 Milliarden €1)) und bereinigtes EBITDA zwischen 1,8 und 2,1 Milliarden € (2013: 2,0 Milliarden €) erwartet

 

Essen. "Im Vergleich zum Vorjahresquartal, das mit Abstand das beste Quartal des Jahres 2013 war, ist Evonik verhalten ins Jahr 2014 gestartet", sagte Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG, heute anlässlich der Vorstellung der wirtschaftlichen Eckdaten für das erste Quartal 2014. "Erfreulich war die erneut starke Mengennachfrage, während die Verkaufspreise aufgrund anspruchsvoller Marktbedingungen bei einigen wichtigen Produkten deutlich unter dem noch sehr hohen Niveau des Vorjahresquartals blieben. Im Vergleich zum Jahresende 2013 haben sie sich jedoch leicht verbessert", so Engel. Insgesamt erwirtschaftete Evonik bei einem nahezu unveränderten Umsatz ein solides bereinigtes EBITDA, das aber deutlich unter dem starken Vorjahresquartal lag.

Der Konzern bestätigt seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2014 und erwartet unverändert einen leicht höheren Umsatz und weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,8 und 2,1 Milliarden €.


Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2014

Der Konzernumsatz stieg organisch aufgrund der gegenüber dem Vorjahresquartal höheren Mengennachfrage (5 Prozentpunkte) bei nachgebenden Verkaufspreisen (-4 Prozentpunkte) leicht um 1 Prozent. Gegenläufig wirkten negative Währungseinflüsse mit -1 Prozentpunkt. Insgesamt lag der Umsatz mit 3.201 Millionen € nahezu auf der Vorjahreshöhe von 3.212 Millionen €.

Das bereinigte EBITDA erreichte im ersten Quartal 2014 vor allem aufgrund geringerer Verkaufspreise bei einigen wichtigen Produkten nicht den sehr guten Wert des Vorjahresquartals. Es blieb mit 463 Millionen € um 24 Prozent unter dem Vorjahreswert (606 Millionen €). Die bereinigte EBITDA-Marge verringerte sich entsprechend von 18,9 Prozent auf 14,5 Prozent.

Die Bereinigungen von -28 Millionen € betrafen im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit Änderungen in der Bewertung der restlichen Anteile an der STEAG GmbH sowie Restrukturierungsaufwendungen. Der Vorjahreswert von –30 Millionen € betraf insbesondere Aufwendungen im Zusammenhang mit der Bilanzierung der Put- und der Call-Option für die STEAG-Anteile.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern der fortgeführten Aktivitäten ging um 42 Prozent auf 212 Millionen € zurück (Vorjahresquartal: 368 Millionen €). Das Ergebnis nach Steuern der nicht fortgeführten Aktivitäten von 21 Millionen € betrifft das Lithium-Ionen-Geschäft und steht maßgeblich im Zusammenhang mit der Ende März 2014 getroffenen Verkaufsvereinbarung mit der Daimler AG.

Insgesamt ging das Konzernergebnis infolge der operativen Ergebnisabschwächung sowie von Sonderbelastungen um 43 Prozent auf 166 Millionen € zurück (Vorjahresquartal: 293 Millionen €).

Das bereinigte Konzernergebnis, das die operative Entwicklung der fortgeführten Aktivitäten widerspiegelt, verringerte sich um 39 Prozent auf 187 Millionen € (Vorjahresquartal: 305 Millionen €). Das bereinigte Ergebnis je Aktie ging entsprechend von 0,65 € auf 0,40 € zurück.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich im ersten Quartal 2014 im Wesentlichen aufgrund des geringeren Aufbaus des Nettoumlaufvermögens sowie niedrigerer Ertragsteuerzahlungen um 138 Millionen € auf 322 Millionen €. Einschließlich des Cashflows der nicht fortgeführten Aktivitäten stieg der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit um 127 Millionen € auf 315 Millionen €.

Die Sachinvestitionen erhöhten sich um 17 Prozent auf 209 Millionen € (Vorjahresquartal: 178 Millionen €). 39 Prozent der Sachinvestitionen entfielen auf das Segment Consumer, Health & Nutrition, 27 Prozent auf das Segment Specialty Materials und 21 Prozent auf das Segment Resource Efficiency.

In Schanghai (China) werden neue Produktionsanlagen für Isophoron und Isophorondiamin fertiggestellt. Das Investitionsvolumen liegt bei mehr als 100 Millionen €. Die Isophoronchemie verlängert beispielsweise die Lebensdauer stark beanspruchter Oberflächen und ermöglicht umweltfreundliche Lacktechnologien.
Seit 2010 erhöht Evonik weltweit seine Kapazitäten für gefällte Kieselsäuren und eröffnete im März 2014 in Rayong (Thailand) eine erweiterte Produktionsanlage. Treiber des Wachstums in Südostasien sind insbesondere kraftstoffsparende Reifen und Life-Science-Anwendungen.

Evonik hat seine Nettofinanzposition weiter verbessert. So verfügte das Unternehmen Ende März 2014 über ein Nettofinanzvermögen von 583 Millionen €, das um 12 Millionen € über dem Wert vom Jahresende 2013 (571 Millionen €) lag.

Effizienzsteigerung wird mit Nachdruck fortgesetzt

Die konsequente Umsetzung des 2012 gestarteten Effizienzsteigerungsprogramms On Track 2.0 kommt gut voran. Bisher sind insgesamt Maßnahmen mit einem jährlichen Einsparpotenzial von rund 300 Millionen € der bis Ende 2016 geplanten 500 Millionen € in konkreter Umsetzung. Auch das im Herbst 2013 gestartete Programm Administration Excellence zur Optimierung der Qualität der konzernweiten Verwaltungsprozesse läuft planmäßig. Bis Ende 2016 soll es Einsparungen von jährlich bis zu 250 Millionen € ermöglichen. Nach der 2013 erfolgten Umsetzung erster organisatorischer Maßnahmen werden zurzeit weitere Optimierungen detailliert und ausgearbeitet. Die Implementierung dieser Maßnahmen wird in der zweiten Jahreshälfte 2014 beginnen, wobei die Mehrzahl in den Jahren 2015 und 2016 in die Umsetzung gehen wird.

Forschung & Entwicklung weiter intensiviert

Auch das erste Quartal 2014 stand im Zeichen intensiver Forschung & Entwicklung. Die Aufwendungen erhöhten sich um 7 Prozent auf 98 Millionen €. Zu den jüngsten Highlights zählt beispielsweise CYROLITE® Protect 2, das zweite Produkt aus der Reihe neuer PMMA-Formmassen mit antimikrobiellen Eigenschaften, das auf den Markt gebracht wurde. Produkte aus der CYROLITE® Protect-Serie werden in der Medizintechnik eingesetzt. Mit ihnen lassen sich beispielsweise Sekundärinfektionen im Krankenhaus vermeiden.

Evonik hat in den vergangenen Jahren eine neue Methioninquelle speziell für Garnelen- und Krustentiere erforscht. Diese Innovation wird nun in die industrielle Produktion überführt: So errichtet der Konzern in Antwerpen (Belgien) bis Ende 2015 die weltweit erste Anlage für AQUAVI® Met-Met, einem Futtermitteladditiv, das in Aquakulturen zum Einsatz kommt. Evonik ist heute bereits globaler Marktführer bei Futtermittelaminosäuren für Fischfutter. Mit AQUAVI® Met-Met erschließt sich das Unternehmen nun auch den attraktiven Wachstumsmarkt für Garnelen und Krustentiere, dessen Volumen in den vergangenen zehn Jahren mit zweistelligen Raten gestiegen ist und auch künftig dynamisches Wachstum erwarten lässt.


Entwicklung in den Segmenten im 1. Quartal 2014


Consumer, Health & Nutrition 

  • Höhere Mengen, rückläufige Verkaufspreise
  • Bereinigtes EBITDA unter hohem Vorjahreswert
  • Bereinigte EBITDA-Marge mit 19,1 Prozent unter sehr gutem Vorjahr

Das Segment Consumer, Health & Nutrition produziert schwerpunktmäßig für Anwendungen in Konsumgütern, in der Tierernährung und im Bereich Healthcare. Es umfasst die Geschäftsbereiche Consumer Specialties sowie Health & Nutrition.

Der Umsatz verringerte sich um 5 Prozent auf 978 Millionen € (Vorjahresquartal 1.027 Millionen €). Ohne negative Währungseffekte ergab sich nur ein leichter organischer Umsatzrückgang, der bei höheren Mengen vor allem aus geringeren Verkaufspreisen, insbesondere für Aminosäuren für die Tierernährung, resultierte. Für die bedeutendste Aminosäure, Methionin, war im Vergleich zum Vorquartal eine Stabilisierung der Verkaufspreise zu verzeichnen. Das Geschäft mit Produkten für die Healthcare-Industrie wurde von Verschiebungen bei Entwicklungsprojekten beeinträchtigt. Sehr erfreulich entwickelte sich hingegen die Nachfrage für Inhaltsstoffe für Pflegeprodukte für den persönlichen Gebrauch. Das bereinigte EBITDA verringerte sich aufgrund der nachgebenden Verkaufspreise sowie Anlaufkosten im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme neuer Kapazitäten gegenüber dem hohen Vorjahreswert um 33 Prozent auf 187 Millionen € (Vorjahresquartal: 281 Millionen €). Die bereinigte EBITDA-Marge blieb mit 19,1 Prozent unter dem sehr guten Vorjahreswert von 27,3 Prozent.


Resource Efficiency

  • Steigende Nachfrage bei nahezu stabilen Verkaufspreisen
  • Höheres bereinigtes EBITDA
  • Bereinigte EBITDA-Marge verbessert sich auf sehr gute
    23,5 Prozent

Das Segment Resource Efficiency bietet umweltfreundliche und energieeffiziente Systemlösungen. Ihm sind die beiden Geschäftsbereiche Inorganic Materials sowie Coatings & Additives zugeordnet.

Der Umsatz wuchs um 4 Prozent auf 805 Millionen € (Vorjahresquartal: 771 Millionen €). Bei nahezu stabilen Verkaufspreisen und deutlichen Mengensteigerungen wurde ein erkennbares organisches Umsatzwachstum erzielt, während negative Währungseffekte gegenläufig wirkten. Vor allem das Geschäft mit Kieselsäuren und Silanen profitierte von einer starken Nachfrage aus der Reifenindustrie. Auch Mattierungsmittel für Lacke und Beschichtungen entwickelten sich gut. Crosslinker und Öladditive verzeichneten eine deutlich höhere Nachfrage aus der Automobil-, Coatings- sowie Bauindustrie. Das bereinigte EBITDA stieg um 10 Prozent auf 189 Millionen € (Vorjahresquartal: 172 Millionen €). Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich von 22,3 auf 23,5 Prozent.


Specialty Materials

  • Höhere Mengen, rückläufige Verkaufspreise
  • Bereinigtes EBITDA deutlich unter gutem Vorjahreswert
  • Bereinigte EBITDA-Marge verringert sich auf 9,4 Prozent

Im Mittelpunkt des Segments Specialty Materials steht die Herstellung von polymeren Werkstoffen sowie Zwischenprodukten vor allem für die Gummi- und Kunststoffindustrie. Es gliedert sich in die Geschäftsbereiche Performance Polymers und Advanced Intermediates.

Der Umsatz nahm um 1 Prozent auf 1.177 Millionen € zu (Vorjahresquartal: 1.170 Millionen €). Ohne Berücksichtigung von Währungseffekten wurde ein leichtes organisches Umsatzwachstum erzielt. Dabei standen erfreulichen Mengensteigerungen deutlich nachgebende Verkaufspreise, insbesondere für Butadien, gegenüber. Eine steigende Nachfrage verzeichneten nahezu alle Produkte der C4-Chemie sowie Polyamid 12-Produkte. Der Mengenabsatz von Methacrylaten war stabil. Das bereinigte EBITDA lag vor allem infolge der geringeren Verkaufspreise sowie höherer Rohstoffkosten mit 111 Millionen € um 39 Prozent unter dem hohen Vorjahreswert (182 Millionen €). Die bereinigte EBITDA-Marge verringerte sich von 15,6 Prozent im Vorjahresquartal auf 9,4 Prozent.


Services

Das Segment Services erbringt seine Dienstleistungen vor allem für die operativen Spezialchemiegeschäfte und das Corporate Center von Evonik sowie für Dritte.

Das Segment erzielte einen Gesamtumsatz von 651 Millionen €, wovon 444 Millionen € auf Innenumsätze entfielen. Der Außenumsatz lag mit 207 Millionen € etwas über dem Vorjahresquartal (204 Millionen €). Das bereinigte EBITDA blieb mit 51 Millionen € um 6 Prozent unter dem Vorjahreswert (54 Millionen €). Dies war teilweise bedingt durch geplante Instandhaltungsmaßnahmen an einem Evonik-Kraftwerk in Marl.



Ausblick für das Geschäftsjahr 2014 bestätigt

Evonik geht bei den weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für 2014 weiterhin von einer leichten Belebung des globalen Wachstums gegenüber 2013 aus. Der schrittweisen Erholung in Europa stehen jedoch Herausforderungen insbesondere in den Schwellenländern sowie geopolitische Spannungen mit zunehmenden Risiken, vor allem in der Ukraine, gegenüber.

Evonik hält an den zu Jahresbeginn prognostizierten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Gesamtjahr 2014 fest und bestätigt seinen Ausblick: Das Unternehmen erwartet unverändert einen leicht höheren Umsatz (2013: 12,7 Milliarden €1)) und weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,8 und 2,1 Milliarden € (2013: 2,0 Milliarden €).

Die positive Mengenentwicklung sollte sich weiter fortsetzen, wozu auch die ersten bereits umgesetzten Wachstumsinvestitionen beitragen werden. In einigen seiner größeren Geschäfte geht Evonik weiterhin davon aus, dass die Verkaufspreise 2014 unter dem durchschnittlichen Preisniveau von 2013 liegen werden, welches noch von höheren Preisen in der ersten Jahreshälfte begünstigt war.

Auf der Kostenseite wird das Effizienzsteigerungsprogramm On Track 2.0 weitere Entlastungen bringen. Zusätzlich erwartet Evonik erste positive Effekte aus dem neu aufgelegten Programm Administration Excellence zur Optimierung der Verwaltungsstrukturen, während Anlaufkosten der Wachstumsinvestitionen gegenläufig wirken werden. Weitere Belastungen können aus negativen Währungseffekten resultieren.

1) Vorjahreszahl angepasst aufgrund erstmaliger Anwendung von IFRS 11

Informationen zum Konzern

Evonik, der kreative Industriekonzern aus Deutschland, ist eines der weltweit führenden Unternehmen der Spezialchemie. Profitables Wachstum und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes stehen im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Die Aktivitäten des Konzerns sind auf die wichtigen Megatrends Gesundheit, Ernährung, Ressourceneffizienz sowie Globalisierung konzentriert. Evonik profitiert besonders von seiner Innovationskraft und seinen integrierten Technologieplattformen.

Evonik ist in mehr als 100 Ländern der Welt aktiv. Über 33.500 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von rund 12,7 Milliarden € und ein operatives Ergebnis (bereinigtes EBITDA) von rund 2,0 Milliarden €.

Rechtlicher Hinweis

Soweit wir in dieser Pressemitteilung Prognosen oder Erwartungen äußern oder unsere Aussagen die Zukunft betreffen, können diese Prognosen oder Erwartungen der Aussagen mit bekannten oder unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse oder Entwicklungen können je nach Veränderung der Rahmenbedingungen abweichen. Weder Evonik Industries AG noch mit ihr verbundene Unternehmen übernehmen eine Verpflichtung, in dieser Mitteilung enthaltene Prognosen, Erwartungen oder Aussagen zu aktualisieren.