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Vor 75 Jahren - 1942

Gute Ideen kommen an

Mehrere Vorgängergesellschaften von Evonik richteten erstmals ein systematisches betriebliches Vorschlagswesen ein.

Dies geschah auf Initiative bzw. unter Druck der Deutschen Arbeitsfront, die in der breiten Einführung eines BVW Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung der Kriegswirtschaft erblickte. Im Mai 1942 forderte Hermann Schlosser, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt vorm. Roessler (später Degussa) die Belegschaft zu „erfinderischer Mitarbeit“ auf und benannte entsprechende Durchführungsbestimmungen. Im gleichen Jahr begründete auch die Chemische Werke Hüls GmbH ihr betriebliches Vorschlagswesen. Die erste Idee, eine Schutzvorrichtung für Bleischeren, wurde mit 40 RM prämiert. Die Th. Goldschmidt AG dagegen musste auf einer Vertrauensratssitzung am 11. August 1942 die ernüchternde Feststellung machen, dass trotz der Aufrufe keinerlei Vorschlage eingegangen waren. Erst 1949 war den Bemühungen um das Betriebliche Vorschlagswesen in Essen mehr Erfolg beschieden. Systematische Verbesserungsbestrebungen in der Industrie waren vor 1942 eher selten gewesen. Eine Ausnahme unter den Evonik-Vorgängern war Röhm & Haas in Darmstadt. Hier waren bereits im Dezember 1939 an verschiedenen Pforten des Unternehmens in Darmstadt Briefkasten aufgehängt worden, in welche die Mitarbeiter Vorschlage zur Verbesserung von „Einrichtungen, Verfahren, Apparaturen oder des Arbeitssystems“ schriftlich einreichen konnten. Für alle Vorschlage, die praktisch umgesetzt wurden, zahlte Röhm & Haas eine Prämie. 1942 intensivierte Röhm & Haas dann seine Bemühungen um das Betriebliche Vorschlagswesen. Unter dem Motto „Alle denken mit!“ gab es Artikel in der Werkzeitschrift, Plakate, Broschuren und Durchsagen im Werkfunk. Ausdrücklich wurden auch die im Krieg zahlreichen weiblichen Belegschaftsmitglieder zum Mitmachen aufgefordert. Das Betriebliche Vorschlagswesen ist als „Ideen-Management“ mittlerweile ein weltweit fest etablierter Prozess, durch den sichergestellt wird, dass keine gute Mitarbeiter-Idee verloren geht und der Evonik zu jährlichen Einsparungen in Millionenhohe verhilft.