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Das Gaskraftwerk in Marl erreicht einen Wirkungsgrad von 90 Prozent.
Das Gaskraftwerk in Marl erreicht einen Wirkungsgrad von 90 Prozent.
Nachhaltigkeitsbericht

Energie effizient nutzen

„Energie“ – das Wort leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bedeutet „von innen wirken“. Bei Evonik wirken seit Jahren viele Experten von innen daran, dass aus Wachstum und sinkendem Energieverbrauch eine Gleichung wird.

2016 war für dieses Bemühen ein weiteres wichtiges Jahr. Das 2015 eingeführte zentrale Energiemanagementsystem trägt dazu bei, die Energieeffizienz bei Evonik kontinuierlich zu verbessern und CO2-Emissionen zu vermeiden. Es leistet damit einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Ressourcenschonung. Doch auch was von innen wirkt, wird von außen kontrolliert. Evonik hat sich 2016 weiteren aufwendigen externen Audits gestellt und kann jetzt erstmals für alle deutschen Gesellschaften gemeinsam eine Zertifizierung nach ISO 50001 vorweisen. Auch im Ausland werden große und kleine Standorte zum Teil bereits nach diesem internationalen Standard geprüft.

Das international einheitliche Energiemanagementsystem gilt für alle Standorte und Aktivitäten – egal ob in der Produktion, der Forschung oder der Verwaltung. Ein wesentlicher Baustein ist, dass konzernweit ein gemeinsames Bewusstsein herrscht, Energie sinnvoll und sparsam einzusetzen. In Schulungen rund um den Erdball wird jeder Mitarbeiter für die Umsetzung dieses Ziels sensibilisiert. Dabei fließen auch zahlreiche Anregungen für Verbesserungen und Weiterentwicklungen aus den Standorten in den übergeordneten Prozess ein.

Neben der kontinuierlichen Arbeit zur effizienteren Nutzung von Energie war der größte Schritt, den Evonik im Jahr 2016 machte, um die CO2-Emissionen zu senken, die Inbetriebnahme des Gas- und Dampfturbinen Kraftwerks am größten Standort Marl, das einen Kohleblock ersetzte. Das Kraftwerk, das gemeinsam mit dem Partner E.ON realisiert wurde, reduziert den Ausstoß von Kohlendioxid um bis zu 280.000 Tonnen pro Jahr. Das entspricht der Menge, die eine Stadt mit 30.000 Einwohnern verursacht. Die neue Anlage mit Kraft-Wärme-Kopplungstechnologie erzeugt eine elektrische Leistung von 60 Megawatt und eine thermische Leistung von 100 Megawatt. Der Brennstoffnutzungsgrad beträgt rund 90 Prozent

Feierliche Inbetriebnahme des Kraftwerks im Mai 2016
Feierliche Inbetriebnahme des Kraftwerks im Mai 2016

„Gaskraftwerke, die mit Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, spielen gemeinsam mit den erneuerbaren Energien zukünftig eine wichtige Rolle im Energiemix“, erläutert Andreas Steidle, der das Energiemanagementteam von Evonik leitet. Denn neben Strom benötigt der Produktionsstandort Marl vor allem Dampf. Wollte Evonik diesen aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen, rechnet Steidle vor, müssten pro Jahr drei Millionen
Tonnen Holz verbrannt werden – das entspricht dem Ertrag aus der Hälfte der Waldfläche im Bundesland
Nordrhein-Westfalen. Kraft-Wärme-Kopplung bleibt daher überall dort, wo Strom und Wärme ganzjährig
benötigt werden, erste Wahl. An anderen Standorten kauft Evonik den Dampf von außen zu, in Darmstadt etwa von einer Müllverbrennungsanlage. „Wir prüfen vor Ort, welches Energieerzeugungssystem am besten passt“, sagt Steidle, „dann passen wir das System dem örtlichen Bedarf an.“

Das Gaskraftwerk in Marl übernimmt zusätzlich die Rolle eines Regelkraftwerks für die erneuerbaren Energien im Netz. Reichen Sonne und Wind nicht aus, kann das Gaskraftwerk unmittelbar einspringen und auch Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Damit schützt es das Stromnetz vor Schwankungen und möglichen Ausfällen. Trotz dieser eindrucksvollen Erfolge geht die Arbeit der Energieexperten bei Evonik weiter. Steidle: „Es handelt sich um einen kontinuierlichen Prozess, bei dem es auf das Engagement und die Begeisterung der Mitarbeiter ankommt. 2017 wollen wir daher unter anderem den Erfahrungsaustausch weiter intensivieren. Dann werden uns auch die Ideen nicht ausgehen, mit Beiträgen zur Energieeffizienz einen Beitrag zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie von Evonik zu leisten.“