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Standort Marl
25. Juli 2014

89 junge Menschen haben fertig

Ausbildungsjahrgang 2011 hat die letzte Hürde im Chemiepark übersprungen

Marl, 23. Juli 2014. 89 junge Menschen des Ausbildungsjahrgangs 2011 haben die letzte Hürde erfolgreich gemeistert. „43 beendeten ihre Ausbildung sogar ein halbes Jahr früher, als es die Ausbildungsverordnung vorsieht“, lobte Antonius Kappe, Leiter der naturwissenschaftlichen Ausbildung im Chemiepark Marl, bei der Abschlussfeier.

Die Anzahl der angebotenen Berufsbilder hat sich aufgrund spezieller Nachfrage in den letzten Jahren wieder etwas erhöht. Neben den Kernberufen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich haben in diesem Jahrgang auch Produktionsfachkräfte, Eisenbahner im Betriebsdienst, Werkfeuerwehrleute und erstmals seit langer Zeit wieder Zerspanungsmechaniker ihre Prüfung erfolgreich abgelegt.

„Die Prüfung der Werkfeuerwehrleute dauert allerdings noch an. Wir sind zuversichtlich, dass auch sie Ende August ihre Ausbildung erfolgreich zum Abschluss bringen“, sagte Kappe.

Im Rahmen der Sommer-Übernahme absolvierten 67 Prüflinge von Evonik der Standorte Marl und Herne/Witten ihre Abschlussprüfung. Erfreulicherweise erhielt fast die Hälfte der übernahmeberechtigten Ausgebildeten direkt im Anschluss einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Entsprechend der Gegebenheiten der Produktionsstandorte geht der überwiegende Teil der unbefristeten Verträge an die Auszubildenden der naturwissenschaftlich-technischen Berufe, die in diesem Sommer ihre Ausbildung vorzeitig beendeten.

Gratulationen gab es für die jungen Damen und Herren in 16 Berufen: 16 Chemikanten, elf Chemielaboranten, eine Produktionsfachkraft Chemie, neun Anlagenmechaniker, neun Elektroniker für Automatisierungstechnik, drei Eisenbahner im Betriebsdienst, ein Zerspanungsmechaniker, vier Verfahrensmechaniker, drei Fachinformatiker Systemintegration (einer mit Studium), 14 Industriekaufleute (vier mit Studium), zwölf Kaufleute für Bürokommunikation, eine Hotelfachfrau, drei Köche und zwei Restaurantfachleute.

Kleiner werdende Abschlussjahrgänge an den allgemeinbildenden Schulen und steigende Studienanfängerzahlen seien mittlerweile auf dem Ausbildungsmarkt spürbar. „Vielleicht noch nicht so sehr im Ruhrgebiet, da hier der Strukturwandel noch im Gange ist“, so Kappe.

„Gleichzeitig ist die durch den doppelten Abiturjahrgang hervorgerufene erhöhte Nachfrage nach qualifizierten Ausbildungsplätzen schon wieder vorbei, und auch in unserer Region bleibt schon eine Reihe von Ausbildungsplätzen unbesetzt – obwohl mit vielen Kampagnen für die duale Ausbildung geworben wird. In den kommenden Jahren wird aber auch bei uns die Entwicklung einsetzen, die bereits Regionen besonders im Süden und Osten der Republik schon heute erreicht hat.“

Die Beschäftigungsquote der 25- bis 34-Jährigen mit einem Abschluss in einem beruflichen Bildungsgang liegt mit über 80 % deutlich über der Quote gleichaltriger Erwachsener mit einem allgemeinbildenden Abschluss (53 %). Nur etwas mehr als sechs Prozent dieser Altersgruppe mit einem berufsbildenden Abschluss sind heute in Deutschland arbeitslos.

„Das sind natürlich immer noch etwas mehr als sechs Prozent zu viel“, meinte Kappe. „Aber verglichen mit dem OECD-Durchschnitt, bei dem die Arbeitslosigkeit deutlich im zweistelligen Bereich liegt, ist die Qualität des Dualen Systems der Berufsausbildung international betrachtet anderen Ausbildungssystemen überlegen.“

Dies zeigten auch die nach wie vor hohen Bewerberzahlen, die ganz konkret die Ausbildung im Chemiepark erreichen. „Die Popularität unserer Ausbildung ist aber nur möglich, weil am Standort Marl seit vielen Jahren alle Unternehmen an einem Strang ziehen. So gratulieren wir neben Auszubildenden der Evonik Gesellschaften am Standort Marl auch Auszubildenden, die den Gesellschaften Ineos Phenol Gladbeck, ISP Marl (Ashland), Sasol Germany, Synthomer Deutschland und VESTOLIT angehören.“

In Summe sind es seit dem Start der Ausbildung an diesem Standort 15.653 junge Menschen – 6.981 in naturwissenschaftlichen, 5.410 in technischen und 3.262 in kaufmännischen Berufsbildern. „Berufliche Bildung durch aktives Ausbilden zu unterstützen ist und bleibt aus Sicht der Unternehmen im Chemiepark eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland“, betonte Antonius Kappe.

„Wir müssen um so viel besser, innovativer und produktiver sein wie wir teurer als andere Länder und Standorte sind. Und dies geht allein mit qualifizierten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unseren Standort-Unternehmen.“

Aus diesem Grund bieten die Unternehmen im Chemiepark auch in diesem Jahr über 200 jungen Menschen einen Ausbildungsplatz. Hinzu kommen weitere Plätze für die Berufsvorbereitungsmaßnahme „Start in den Beruf“.

Mit der Gesamtnote „sehr gut“ verabschiedeten sich Laura Bartsch (Industriekauffrau + Studium), Stefan Forth (Kaufmann für Bürokommunikation), Zerspanungsmechaniker Matthias von Cyrson, AnlagenmechanikerMarius Witte, die beiden Elektroniker für Automatisierungstechnik, Niklas Ketteler und Marius Preuth, Chemikant Mathias Ostkamp sowie die Chemielaboranten Dennis Cordes, Matthias Hüging, Annika Rickert und Jan Strotmann (Foto).

In einem Prüfungsteil sehr gut waren Lisa Hötger (Fachinformatikerin Systemintegration), Stefan Wallkötter (FS plus Studium), Lisa-Marie Pendzich (Kauffrau für Bürokommunikation), Anlagenmechaniker Marvin Reinke, Benjamin Klein (Elektroniker für Automatisierungstechnik), die Chemikanten Yunus Bayate, Pascal Ferdinand und Kai Przybylski sowie die Chemielaborantin Cindy Wieland.