1. 1922
    1922 isoliert J.H. Müller an der Columbia University in New York eine „schwefelhaltige Aminosäure“, aber noch mit falscher Summenformel.
    1922 isoliert J.H. Müller an der Columbia University in New York eine „schwefelhaltige Aminosäure“, aber noch mit falscher Summenformel.
  2. 1925
    1925 korrigiert S. Odake in Japan diese Formel und gibt der Aminosäure den Namen „Methionin“.
    1925 korrigiert S. Odake in Japan diese Formel und gibt der Aminosäure den Namen „Methionin“.
  3. 1931
    1931 unternimmt der US-amerikanische Chemiker William Cumming Rose erste Versuche mit Ratten, um die Bedeutung von Aminosäuren für die Ernährung zu untersuchen.
    1931 unternimmt der US-amerikanische Chemiker William Cumming Rose erste Versuche mit Ratten, um die Bedeutung von Aminosäuren für die Ernährung zu untersuchen.
  4. 1946/47
    1946/47 gelingt die erste technisch durchführbare Synthese von DL-Methionin bei Degussa.
    1946/47 gelingt die erste technisch durchführbare Synthese von DL-Methionin bei Degussa.
  5. 1948
    1948 beginnt die Produktion von Methionin im Werk Konstanz.
    1948 beginnt die Produktion von Methionin im Werk Konstanz.
  6. 1953
    1953 wird Methionin vom Landwirtschaftsministerium in Bonn zur Verwendung im Tierfutter zugelassen.
    1953 wird Methionin vom Landwirtschaftsministerium in Bonn zur Verwendung im Tierfutter zugelassen.
  7. 1960
    1960 entsteht ein Aminosäurelabor zur quantitativen und qualitativen Bestimmung von Aminosäuren. Neue Aminosäuren werden entwickelt.
    1960 entsteht ein Aminosäurelabor zur quantitativen und qualitativen Bestimmung von Aminosäuren. Neue Aminosäuren werden entwickelt.
  8. 1977
    1977 beginnt die Produktion in Mobile, USA.
    1977 beginnt die Produktion in Mobile, USA.
  9. 2006
    2006 wird in Antwerpen die weltweit größte DL-Methioninanlage in Betrieb genommen.
    2006 wird in Antwerpen die weltweit größte DL-Methioninanlage in Betrieb genommen.
  10. 2016
    2016 beginnt Evonik mit dem Bau einer zweiten World-Scale-Anlage in Singapur. Ab 2019 sollen hier 150.000 Jahrestonnen DL-Methionin hergestellt werden.
    2016 beginnt Evonik mit dem Bau einer zweiten World-Scale-Anlage in Singapur. Ab 2019 sollen hier 150.000 Jahrestonnen DL-Methionin hergestellt werden.
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Meilensteine der Chemie

Methionin

DL-Methionin ist eine von acht für den Menschen essenziellen Aminosäuren. Die industrielle Herstellung gelang erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg und sollte helfen, die Eiweißversorgung der Bevölkerung zu verbessern. Wenige Jahre später wurde Methionin als Zusatz zu Futtermitteln eingesetzt, heute ist es ein zentraler Baustein moderner Tierernährung.

Man kann es einen Megatrend nennen oder eine der größten Herausforderungen, die auf uns alle zukommt: die Ernährung von immer mehr Menschen. Steigende Bevölkerungszahlen und wachsender Wohlstand lassen auch die Nachfrage nach Fleisch wachsen: 456 Millionen Tonnen, so die UN, werden 2050 konsumiert. Gleichzeitig steigt das Bewusstsein für die ressourcenschonende und umweltverträgliche Produktion von Nahrungsmitteln. Evonik hat eine Antwort auf die Frage „Was essen wir morgen?“: den Einsatz von Methionin als Futtermittelergänzung.

Methionin: Seit 1953 im Einsatz bei Tierfutter

DL-Methionin gehört zu den acht für den Menschen essenziellen Aminosäuren.Essenzielle Aminosäuren werden auch lebensnotwendige Aminosäuren genannt. Denn ohne sie kann ein Organismus nicht überleben. Für Menschen gibt es acht essenzielle Aminosäuren, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gelang bei Degussa, einem Vorgänger-Unternehmen von Evonik, die technisch durchführbare Synthese von DL-Methionin. 1948 nahm das Werk in Konstanz die Produktion auf, schnell erreichte man dort eine Kapazität von 30 Tonnen pro Monat. Das erste Medikament mit DL-Methionin-Anteil wurde wenig später unter dem Namen Thiomedon vermarktet. Im Jahr 1953 wurde Methionin erstmals im Tierfutter verwendet und ist heute weltweit aus modernem Tierfutter nicht mehr wegzudenken.

Der Einsatz von Methionin spart weltweit etwa 20 Millionen Hektar Ackerland, das sind 1,5 Prozent der gesamten Ackerfläche.Thomas Kaufmann

Nachhaltigkeitsexperte von Evonik

Im Bau: Eine zweite Methioninanlage in Singapur

„Ohne diese natürlich vorkommenden Eiweißbausteine kann weder Mensch noch Tier überleben“, erklärt Thomas Kaufmann, Nachhaltigkeitsexperte von Evonik. „Als exakt dosierter Zusatz sorgen sie dafür, dass Schwein, Huhn & Co ihr Futter besser verwerten. Das ist gut fürs Tier – und erlaubt es, Fleisch, Fisch, Eier und Milch ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger zu produzieren.“ Einige Zahlen, die das belegen: 1 Kilogramm Methionin ersetzt 260 Kilogramm Sojamehl, reduziert den Ammoniakausstoß um acht Kilogramm und den Nitrateinsatz um 7,9 Kilogramm.

Die weltweite Methioninproduktion, so Kaufmann, spare rund 20 Millionen Hektar Ackerland. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der weltweiten Ackerfläche – oder der Größe des Senegal. Etwa 580.000 Tonnen der Weltproduktion stellt Evonik her, in fünf Werken in den USA, Belgien, Deutschland und Singapur. In der asiatischen Metropole startete im Oktober 2016 der Bau einer zweiten World-Scale-Anlage für Methionin, die 2019 in Betrieb gehen soll, mit einer angestrebten Jahreskapazität von 150.000 Tonnen.

Struktur

Struktur von Methionin

Struktur von Methionin

Bei der Produktion entstehen in einem katalytisch-chemischen Prozess zwei Methioninmoleküle, die sich wie Bild und Spiegelbild zueinander verhalten. Diese werden als D- und L-Methionin bezeichnet. Die L-Form wird in Lebewesen direkt verwendet, das DL-Methionin kann zum Beispiel von Hühnern in die L-Form umgewandelt werden.


Wirkung

Wirkung und Funktion

Wirkung und Funktion

Essenzielle Aminosäuren wie Methionin müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Nur wenn die Bausteine im richtigen Mischungsverhältnis vorliegen, werden sie optimal verwertet, sonst werden Nahrungsbestandteile ungenutzt ausgeschieden. Das Liebigsche Fass veranschaulicht das so genannte Minimumgesetz.


Erfindung

Werner Schwarze

Der geniale Synthetiker

Werner Schwarze wird 1913 in Marl/Hüls geboren. Er promoviert 1938 und arbeitet ab 1940 für die Degussa AG. 1946/47 gelingt es ihm, eine technisch durchführbare Synthese der essenziellen Aminosäuren zu entwickeln. Schwarze stirbt im Jahr 2007. Seit 1997 vergibt die Evonik Stiftung das Werner-Schwarze-Stipendium, das junge Wissenschaftler fördert, die auf dem Gebiet der Aminosäuren forschen.